10 Jahre mit dem Teufel im Bunde

10 Jahre sind eine lange Zeit. Seit wir unseren Lieblingsverein begleiten ist viel passiert. In diesem Bericht sollen uns nochmals die schönsten Erlebnisse, aber auch die traurigsten Momente in Erinnerung gerufen werden. Letztlich begann es wie es endete. Der Kreis hat sich geschlossen. Wollen wir hoffen, dass dem 1. FC Kaiserslautern ein ähnlich spektakuläres Comeback gelingt!

1996 – 1998 (die Wahnsinnsjahre)

18.05.1996

17:05 Uhr: Markus Münch von Bayer Leverkusen erzielt das Tor zum 1:1 Ausgleich. Elf Minuten später ist das Unfassbare geschehen: Unser 1. FC Kaiserslautern muss als Gründungsmitglied nach 33 Jahren Erstliga-Zugehörigkeit aus der Bundesliga absteigen. Die ganze Pfalz trägt Trauer.

25.05.1996

Eine Woche nach dem Abstieg aus der Fußball-Bundesliga gewinnt der 1. FC Kaiserslautern den DFB-Pokal gegen den Karlsruher SC in Berlin. 17.000 Fans haben den 1. FCK nach Berlin begleitet.

18.05.1997
Auf den Tag genau ein Jahr nach dem Abstieg, gelang dem 1. FC Kaiserslautern der direkte Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga. Vor den begeisterten Fans im ausverkauften Fritz-Walter-Stadion bezwang der 1. FCK den VfB Lübeck mit 7:0 Toren.

02.08.1997
Der Aufsteiger Kaiserslautern legt einen fulminanten Start in die neue Saison hin. Beim Rekordmeister Bayern München gewinnen die Roten Teufel mit 1:0.

23.08.1997
Kaiserslautern gewinnt Zuhause gegen Schalke 04 mit 3:0 Toren. Damit erreichen die Pfälzer zum zweiten Mal in der Saison den ersten Tabellenplatz. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner ahnte, der 1. FC Kaiserslautern sollte diese Führung bis zum Saisonende nicht mehr hergeben.

02.05.1998
Beim letzten Heimspiel der Saison, gewinnt Kaiserslautern gegen den VfL Wolfsburg mit 4:0. Damit hat sich der 1. FC Kaiserslautern vorzeitig die Meisterschaft 97/98 gesichert. In der Geschichte der Fußball-Bundesliga bisher einmalig: Ein Aufsteiger hat sich den Titel des Deutschen Fußballmeisters erkämpft.

09.05.1998
Der 1. FC Kaiserslautern erhält vor über 20.000 mitgereisten Fans im Hamburg Volksparkstadion die Meisterschale vom damaligen DFB-Präsidenten Egidius Braun überreicht.

Saison 1998/1999
Als Deutscher Meister direkt qualifiziert, durften sich der Verein und die Fans auf tolle Spiele in der Champions League freuen. In der Vorrunde brillierten die „Roten Teufel“. Sie setzten sich gegen Benfica Lissabon, den PSV Eindhoven und HJK Helsinki durch und wurden souverän Gruppensieger.
Doch im Viertelfinale wartete dann eine böse Überraschung auf den FCK. Mit dem FC Bayern München wurde den Lautrern der zweite deutsche Verein zugelost. Nach einem 0:2 im Olympiastadion verloren die „Roten Teufel“ auch auf dem Betzenberg gegen den Rekordmeister mit 0:4. Das Aus für den FCK.

Saison 1999/2000
Der FCK hatte sich unter den international spielenden Mannschaften etabliert und erreichte auch in der Saison 1999/2000 die Qualifikation zum UEFA-Cup. Mit der Verpflichtung Youri Djorkaeffs gelang den Verantwortlichen des Vereins ein großer Coup. Der französische Weltmeister verstärkte das Team von Otto Rehhagel und begeisterte mit seinem Spiel nicht nur die Fans auf dem Betzenberg. Leider ist der Star den FCK- Fans vor allem wegen seiner negativen Äußerungen nach seinem Abschied in Erinnerung geblieben.

Saison 2000/2001
Unruhe im Verein und immer lauter werdende Kritik veranlassten Meister-Trainer Otto Rehhagel am 1.10.2000 zum Rücktritt. Sein Erbe traten mit Andreas Brehme und Reinhard Stumpf zwei ehemalige Spieler des FCK an. Stumpf – jetzt Chef-Trainer – agierte bereits unter Rehhagel als Assistenz-Coach, Brehme wurde Teamchef.
Und nach dem Motto „neue Besen kehren gut“, startete der FCK sensationell durch, Brehme und Stumpf brachten das Team auf die Champions- Legaue-Plätze. Doch dann kam der „Schwarze April“, als der FCK alles verlor, was es zu verlieren gab. In der Bundesliga setzte es eine Niederlage nach der anderen, und am Ende blieb noch nicht einmal ein UEFA-Cup-Platz.
Im UEFA-Cup war der FCK hingegen erfolgreicher. Nach mühsamen Arbeitssiegen gegen Bohemians Dublin und Iraklis Saloniki wartete mit den Glasgow Rangers der erste große Verein in der dritten Runde. Das 0:1 im Ibrox- Park machten die Lauterer mit einer grandiosen Leistung vor ausverkauftem Stadion durch einen 3:0-Sieg wieder wett.
Auch gegen Slavia Prag setzten sich die „Roten Teufel“ durch und empfingen im Viertelfinale den PSV Eindhoven auf dem Betzenberg. Nach diesem Hinspiel-Sieg (1:0) sorgte der Elfmetertreffer von Mario Basler im Phillips-Stadion für den Einzug ins Halbfinale. Unschöne Szenen spielten sich nach dem Führungstreffer ab, als holländische Hooligans das Feld stürmten. Der spätere Lauterer Trainer Erik Gerets stellte sich mutig vor die Fans, beruhigte diese und verhinderte so einen drohenden Spielabbruch.
Im Halbfinale war dann Endstation für den FCK. Gegen den spanischen Klub CD Alaves verloren die Pfälzer zunächst mit 1:5, im Rückspiel auf dem Betze mussten sie dann eine bittere 1:4-Schlappe einstecken. Der Traum vom Finale war ausgeträumt.

2001/2002
Mit sieben Siegen in Folge knackten die „Roten Teufel“ zu Beginn der Saison den Startrekord des FC Bayern München aus der Spielzeit 1995. Als Tabellenführer wurde im Lager der Lauterer schon von Meisterschaft geträumt, doch am Ende rutschten die Pfälzer nach einem 3:4 am letzten Spieltag beim VfB Stuttgart sogar noch aus den UEFA-Cup-Rängen und mussten im Sommer 2002 im UI-Cup antreten. Doch hier war nach einem 2:1 Heimsieg und einer 0:4 Niederlage in Teplice bereits in der ersten Runde Schluss.
Am 15.4.2002 jubelte die gesamte Pfalz. Kaiserslautern wurde als eine der zwölf Städte auserkoren, die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland austragen dürfen. Was einen Umbau des Stadions nach sich zog der den Verein noch an den Rand seiner finanziellen Möglichkeiten brachte.
Große Trauer herrschte am 17.6.2002. Fritz Walter starb im Alter von 81 Jahren. Der Ehrenspielführer der Deutschen Nationalmannschaft und das Idol des 1. FC Kaiserslautern wurde in einer großen Trauerfeier in dem nach ihm benannten Stadion verabschiedet.

2002/2003
Die Saison 2002/2003 wird man beim 1. FC Kaiserslautern sicherlich gerne vergessen wollen. Nach einem katastrophalen Saisonstart fanden sich die Roten-Teufel auf dem letzen Tabellenplatz wieder. Teamchef Brehme musste gehen, Chef-Trainer Stumpf packte bereits zuvor seine Koffer. In der Führungsriege erklärte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Friedrich seinen Rücktritt. Der neue Vorstandschef René C. Jäggi brachte mit Erik Gerets einen neuen Chef-Trainer mit. Auf einer turbulenten Jahreshauptversammlung wurde der gesamte Aufsichtsrat entmachtet und um den Vorsitzenden Prof. Walter Ruda eine neue Crew gewählt. Sportlich schaffte Erik Gerets mit seinem Team die Sensation und sicherte nach einer grandiosen Rückrunde am vorletzten Spieltag den Klassenerhalt. Als Krönung traten die „Roten Teufel“ im Pokalendspiel gegen den FC Bayern München in Berlin an. Doch der frisch gebackene Deutsche Meister war zu stark, um den dritten Pokalerfolg der Lauterer zuzulassen.

2003/2004
Mit dem Ende der Ära Friedrich brach auch das Kartenhaus des Lautrer Finanzgefüges auseinander. Mit einem Punktabzug war der FCK noch gut bedient. Zwischenzeitlich war auch der Lizenzentzug im Gespräch. Die Punktehypothek machte der Mannschaft lange zu schaffen und man konnte der Abstiegszone nie entrinnen. Leider ging es auch hinter den Kulissen immer noch hoch her. Der finanzielle Spielraum erlaubte wiederum keine wirklichen Verstärkungen. Schließlich konnte der Klassenerhalt am letzten Spieltag gegen Dortmund gefeiert werden. Obwohl mit Miro Klose die Lichtgestalt des FCK in dieser dunklen Zeit von Bord ging, um mit dem Transfererlös für ein wenig Entspannung zu sorgen, war die Stimmung von Optimismus geprägt.

2004/2005
Auch Erik Gerets konnte die Hoffnungen der FCK- Anhänger nicht erfüllen. Er war mit Sicherheit der beliebteste Trainer seit Otto Rehagel. Auch nach zum Teil deftigen Niederlagen wurde die Schuld immer der Mannschaft und nie dem Trainer gegeben. Ihm folgte mit Kurt Jara das krasse Gegenteil. Der ehemalige österreichische Nationalspieler machte sich am Betzenberg nicht viele Freunde. Im Gegenteil er ließ keine Möglichkeit verstreichen in ein Fettnäpfchen zu treten. Er legte sich sogar mit den Fans an. Doch dies ging nicht lange gut und am Saisonende trainierte der Amateurcoach Hans Werner Moser für sieben Saisonspiele den früh geretteten FCK. Zum Schluss war es ein enttäuschendes Jahr ohne jeden Höhepunkt. Auch die Derbys gegen Mainz konnten dies nicht ändern.

2005/2006
Ein neues Jahr ein neues Glück, ein neuer Trainer. Diese gaben sich in den letzten Jahren die Klinke in die Hand. Nun versuchte der ehemalige Hitzfeld- Co Michael Henke den Traditionsverein in die Erfolgsspur zurückzubringen. Gescheitert sind sie allesamt an der schwierigen Situation im Umfeld des Vereins. Ein übermächtiger Boss, der leider vom Fußball keine Ahnung hat, und die nach wie vor bescheidene Finanzsituation (obwohl der Verein entschuldet ist) ließen keine großen Sprünge zu. Nach einem ordentlichen Saisonstart träumten die Fans vom UEFA- Cup, doch es wurde die schlechteste Hinrunde aller Zeiten. Henke musste gehen und das FCK Urgestein Wolfgang Wolf kam zum Betze zurück. Dieser sortierte die Söldner aus und spielte die Saison mit der halben A- Jugend zu Ende. Die Jungen zahlten viel verspielten Kredit mit ordentlichen Leistungen und der richtigen Einstellung zu der Sache zurück. Leider wurde dieser mutige Schritt nicht belohnt. Am letzen Spieltag fuhr der FCK zum Abstiegsendspiel nach Wolfsburg. 8500 Fans waren im Stadion mit dabei, hunderttausende drückten in ganz Deutschland die Daumen. Aber es sollte nicht sein…

Aber wir kommen zurück,…

denn Lauterer geben niemals auf!!!


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